Mein Ansatz

Coaching verstehe ich als eine Beratungs- und Begleitungsform, die potenzialorientiert ist. Es ist eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe. Für mich ist Coaching vor allem eine Haltungsfrage. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch einzigartig ist mit seinen individuellen Anlagen, Talenten, Stärken, Erfahrungen, Enttäuschungen und Wesenszügen. Jede Person, die zu mir kommt, ist kundig, die für ihr Anliegen passenden Lösungsansätze selbst zu finden. Daher spreche ich manchmal auch von der Kundin oder vom Kunden.

Ich mag die Metapher vom Coaching als einem gemeinsamen Tanz: ein Tanz zwischen Coach und Kundin als gleichwertigen Partnerinnen. Da kommt mir Tango Argentino in den Sinn. Im Englischen heißt es: „You can’t tango alone! You need two to tango." „Man braucht den anderen und versucht den Tanz mit der Welt, man führt sich gegenseitig", so Heinz von Foerster.

Coaching öffnet Raum. Ich glaube an die große Kraft von Zuwendung und Begegnung. Durch die Präsenz des anderen wird uns die tiefe Erkundung des Selbst möglich. Coaching kann vieles bewirken. Als Coach höre ich zu ohne Bewertung und Ratschläge, lasse Zeit, stelle Fragen und lade zu Übungen ein, die neue Sichtweisen und Zusammenhänge ermöglichen. Ich arbeite stark mit Achtsamkeit und Embodiment. So wird möglich, Kopf, Herz und Bauch zu verbinden und ins stimmige und kraftvolle Handeln zu kommen.

Mit ungefähr 30 Jahren habe ich die „Teil-der-Welt“-Haltung (Heinz von Foerster) gewählt. Ich gehe davon aus, dass ich Einfluss nehmen kann innerhalb der Welten (Systeme), deren Teil ich bin. Das ist eine bewusste Wahl, die Welt zu sehen. Es gäbe auch die Guckloch-Haltung: Ich stehe außerhalb und schaue durch ein Guckloch in die Welt. Ich würde dann davon ausgehen, dass es eine (einzige) Welt gibt, die ich objektiv betrachten kann, ohne aber Teil von ihr zu sein.

Die Teil-der-Welt-Haltung bedeutet, dass ich die Welten, deren Teil ich bin, mitgestalten kann. Ich bin nicht passiv ausgeliefert; und doch gibt es auch Dinge, die mir zukommen, die einfach passieren. Es gilt dann für mich, damit in der gerade stimmigen Weise damit umzugehen. Mir ist bewusst, dass auch alle anderen Menschen in ihren persönlichen Systemen leben, und diese kann ich nicht direkt beeinflussen. Ich kann jedoch Impulse, behutsame Anstöße geben.

Als Coach bilde ich mit meiner Kundin ein Beratungssystem, innerhalb dessen wir uns Spielregeln aushandeln. Und die Kundin lebt in Systemen, die bei der Lösungsfindung im Coaching berücksichtigt werden müssen.

Es gibt Definitionen von Coaching, die es ausschließlich im beruflichen Kontext sehen. Als Business Coaching wird es derzeit hauptsächlich für Personen mit Führungsverantwortung und Managementaufgaben vorgesehen. Für mich selbst ist damit die Definition von Führung und Leadership angesprochen.

Ich sehe die Beziehung zu sich selbst als Basis für Leadership. Leadership setze ich nicht mit hierarchischer Führung gleich. Ein Leader ist für mich eine Person, die Veränderung in lebensförderlicher Weise gestaltet. Sie vermag andere zu inspirieren und zu begeistern. Selbsterkenntnis, Selbstannahme und Selbstfreundschaft sind meines Erachtens dafür der Ausgangspunkt und das Fundament. Das Entdecken der eigenen Lebensaufgabe ist das zentrale Thema unseres Lebens: Wie will ich leben, was ist gutes Leben für mich, wie will ich mich in die Welt einbringen?

Meiner Auffassung nach kommt ein Mensch in seiner Gesamtheit zu mir in die Begleitung. Alle Lebensbereiche sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Entscheidend ist für mich, meine Rolle in Abgrenzung zu anderen Begleitungs- und Beratungsformen klar zu definieren und nur Aufträge anzunehmen, denen ich in dieser Rolle gerecht werden kann. Falls die Begleitung mehr in der Form von Mentoring oder Training hilfreich ist, so vereinbare ich das individuell im Erstgespräch.

Der Coaching-Kunde ist autonom und handlungsmächtig. Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die Kundin ist fähig, für die Themen, die sie im Coaching einbringt, selbst Lösungsansätze zu finden - mit selbst gewählter Unterstützung durch den Coach. Dabei ist sie Expertin für ihre Themen, der Coach ist Experte für die Prozessführung. Coaching ist kein Ersatz für Therapie und auch klar abzugrenzen von anderen Beratungsformen, wo ein Experte Fachauskünfte und Ratschläge erteilt.

Das Anliegen des Menschen, der zu mir kommt, steht im Zentrum. Themenstellung, Auftrag, Zielkriterien und Evaluation erarbeiten wir gemeinsam.