Wenn das Alte nicht mehr passt und das Neue noch nicht greifbar ist

09/03/13, Regina Schlager

Gastartikel von Monika Löttgen: Vielleicht geht es Ihnen gerade genauso - in meiner Heilpraktikerschule ist dies jedenfalls immer wieder ein Thema. Und vielleicht kennen Sie dies auch? Sie sind in einer Lebensphase, in der Sie spüren, dass Altes nicht mehr passt, doch Neues noch nicht sicht- oder gar greifbar wird.

Es fühlt sich überhaupt nicht gut an, Sie sind verunsichert und fragen sich, wie Sie diese Phase wohl aushalten und wie Sie sie am besten durchleben sollen?

Mir kam in dieser Situation das Bild einer Raupe, die sich verpuppt, um zu einem Schmetterling zu werden, in den Sinn.

Das Verpuppen jedoch ist ein langer Prozess, vor dem die Raupe durch Fressen und mehrmaliges Häuten erst einmal erwachsen werden muss. Beim Häuten streift sie ihr altes Ich immer wieder ab. Und auch erwachsen und kurz vor der Verpuppung häutet sich die Raupe ein letztes Mal, bevor sie den Schritt in ein völlig neues, ihr noch unbekanntes Leben wagt.

Diese Phase der Verpuppung läuft äußerlich in völliger Ruhe ab, während das Innere tobt und brodelt, weil sich dort alles verändert. Die Raupenorgane werden abgebaut oder umgestaltet, denn aus ihnen sollen die Organe eines Schmetterlings werden.

Bei jedem Schmetterling dauert diese Phase des Stillhaltens, Aushaltens und geduldigen Verharrens unterschiedlich lange. Einige schaffen die Verwandlung in nur zwei Wochen, andere brauchen dafür bis zu sieben Jahre.

Und selbst nach der Verwandlung in einen wunderschönen Schmetterling folgt noch eine kurze Phase des Innehaltens und Wartens, denn schließlich kann der Schmetterling erst fliegen, wenn seine Flügel richtig getrocknet und steif sind. Jetzt erst kann er losfliegen und seinen Lebenszyklus vollenden.

Doch was können wir von der Raupe lernen?

Sie fragen sich vielleicht: Woher soll ich in einer solchen Phase wissen, was mir wichtig ist und was ich wirklich will? Hier kann uns die Raupe eine Menge lehren und zwar einfach mal still zu werden und inne zu halten.

Jeder von uns hat eine innere Stimme, unsere Intuition. Und diese Intuition ist der Wegweiser unserer Seele. Um aber unserer inneren Stimme folgen zu können, brauchen wir die innere Ruhe – das Innehalten und still werden. Erst dann ist es uns möglich, uns außerhalb unserer üblichen Gedanken und Gefühle mit dieser inneren Stimme zu verbinden.

Die einen erreichen das durch Meditation, bei der sie täglich eine Zeit lang in sich gehen, sich mit ihrem Inneren verbinden und in der Stille um Führung bitten. Andere brauchen dafür die Hilfe der Natur und kommen an einem geschützten und einsamen Ort zur Ruhe, um Verbindung mit dem eigenen Inneren aufzunehmen.

Konzentrieren Sie sich in solchen ruhigen Momenten einfach mal auf das eigene Herz. Beobachten Sie es und achten Sie dabei auf die Gefühle, die vom Herzen kommen. Lernen Sie ruhig zu bleiben und sich auf Ihr Herz zu konzentrieren, dann wird ein wunderbares Gefühl über Sie kommen und Ihre Intuition wird Ihnen zeigen, was in Ihrer Situation jetzt der richtige Schritt ist. Merken Sie sich: Erst wenn unser Geist und damit unser ewig plappernder Verstand ruhig ist, kann die Weisheit unserer Seele zu uns durchdringen.

Zu lernen ruhig zu werden und der Weisheit der eigenen Seele zu vertrauen, das ist die große Herausforderung, die in solchen ungewissen Lebensphasen an uns gestellt wird. Da geht es uns wie dem Schmetterling, der nicht weiß, ob er zwei Wochen oder sieben Jahre in dieser verpuppten Stellung bleiben muss.

In solchen Situationen, wo das Alte nicht mehr passt und das Neue noch nicht greifbar ist, hilft uns Geduld. Geduld mit uns und das Vertrauen darauf, dass noch aus jeder Raupe ein Schmetterling geworden ist.

Und sollten Sie auf Ihrem Wege aus dem Alten in das Neue Unterstützung oder Literaturhinweise benötigen, dürfen Sie mich gerne kontakten.

 

Mit herzlichen Grüßen

Monika Löttgen

http://www.heilpraktiker-psychotherapie-24.de/

Schlagwörter: Achtsamkeit, Veraenderung

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