Brene Brown: Lebe verletzlich!

01/28/14, Regina Schlager

In einem TEDTalk spricht die Sozialwissenschaftlerin Brené Brown über ihre Forschung und ihre persönliche Geschichte zum Thema Verletzlichkeit (Video siehe weiter unten). Sie hat darüber auch ein Buch veröffentlicht, das ich gerade nochmals mit großem Gewinn lese: „The Gift of Imperfection“, ebenfalls auf Deutsch erschienen als „Die Gaben der Unvollkommenheit“.

Selbstwertschätzung

Ihr ursprüngliches Forschungsthema Verbindung, d.h. die Fähigkeit sich verbunden zu fühlen, brachte Brené Brown zum Gefühl der Scham. Sechs Jahre lang führte sie Gespräche, leitete Fokusgruppen, und Menschen schickten ihr ihre Geschichten zu. Als Ergebnis gelangte Brené Brown zu einer Aufteilung in zwei Gruppen:

1) Menschen, die das Gefühl von Wert für sich selber haben, die Selbstwertschätzung empfinden, und

2) Menschen, die glauben, nicht gut genug zu sein

Aus vollem Herzen leben

Brené Brown bezeichnet die erste Gruppe als Menschen, die aus vollem Herzen leben. Was ist das Muster, das jene von der zweiten Gruppe unterscheidet? Sie waren überzeugt, der Liebe und Zugehörigkeit Wert zu sein. Ihnen gemeinsam war:

  • Ein Gefühl von Courage, unvollkommen zu sein, nicht perfekt (von lat. „cor“, Herz, in der ursprünglichen Bedeutung: die Geschichte, wer man ist, aus ganzem Herzen erzählen)
  • Sie waren liebenswürdig zu sich selbst und anderen, zeigten Mitgefühl und Selbstmitgefühl
  • Sie pflegten Verbindungen zu anderen Menschen mit der Bereitschaft, in Beziehung zu treten, ohne dass es Garantien für ein Gelingen oder bestimmte Ergebnisse gibt

Alle diese Menschen betäubten ihre Verletzlichkeit nicht bzw. waren sie sich bewusst, wenn sie sich betäubten. Das könnte beispielsweise geschehen mit Dinge einkaufen, ohne diese wirklich zu brauchen, viel fernzusehen oder über das für einen gesunde Maß hinaus zu essen. Die extremste Variante ist Suchtverhalten.

Wie leben wir unsere Verletzlichkeit?

  • Zulassen, tiefgehend esehen zu werden
  • Mit unserem ganzen Herzen lieben, auch wenn es keine Garantien gibt
  • Dankbarkeit und Freude üben
  • Und das Wichtigste: Daran glauben, dass wir genug sind. Dann beginnen wir zuzuhören, sind liebevoller und freundlicher zu den Menschen, mit denen wir zu tun haben, und zu uns selbst.

 

 

 

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