Im Spannungsfeld der Vision

02.07.2019, Regina Schlager

»Herzlichen Dank für die Möglichkeit, am letzten Courage Circle teilnehmen zu dürfen. Es hat mir sehr gut getan und mich bestärkt meine Visionen anzupacken. Gerne nehme ich wieder daran teil.« Das ist die Rückmeldung einer Teilnehmerin bei einem der monatlichen Courage Circle für Frauen in Zürich. Dieses »Visionen anpacken«, das packt mich. Und gleichzeitig bin ich gerade am Packen für eine Visionssuche (oder Englisch Vision-Quest), bei der ich teilnehmen werde.

Die Vision anpacken? Das klingt sehr tatkräftig. Das eine ist, sich überhaupt einmal zu gestatten, ins Visionieren zu kommen; das andere, nicht gänzlich die Bodenhaftung zu verlieren, sodass die Vision auch wirklich etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat und nicht bloß eine inspirierende Geschichte bleibt. Und dann auch dranzubleiben und die Vision nicht aus den Augen zu verlieren.

Eine kraftvolle Vision bewegt sich in einem Spannungsfeld

Die Spannung einer kraftvollen Vision liegt zwischen dem, was gerade ist, und dem, was ich als zukünftige Möglichkeit ahne und ersehne. Darin liegt das kreative Potential.

Das Sehnsuchtselement ist wichtig. Denn eine Vision ist nicht gleichzusetzen mit einem Ziel, das ich mir setze, und zu dessen Umsetzung ich dann konkrete Schritte mache. Die Zielsetzung folgt aus der Vision, ist aber nicht deckungsgleich mit ihr. Es würde der Vision so vieles nehmen – das, was nicht im Voraus planbar und wissbar ist; die Öffnung zur höchsten zukünftigen Möglichkeit.

Visionieren mithilfe aller Wissensquellen

Wenn wir uns ins Visionieren begeben, dann dürfen alle Wissensquellen mitspielen. Wir denken uns nicht einfach rein im Kopf etwas aus – da würden wir von dem ausgehen, was wir bereits wissen; es könnte nichts wirklich Neues entstehen. Wir würden dann auch annehmen, dass wir alles im Überblick haben, dass sich alles, was geschieht, unserer Planung unterwirft.

Ins Visionieren gehen, das hat sehr stark damit zu tun, ins Innere zu hören. Innere Bilder, Körpersensationen, Ahnungen wahrzunehmen. Und auch auf äußere Zeichen zu achten.

Vision-Quest in den Schweizer Bergen

Ich freue mich schon sehr auf meine Vision-Quest in den Schweizer Bergen auf 1.650 Meter Höhe, die es mir ermöglichen wird, tief bei mir anzukommen und die Verbundenheit zu allem Leben zu spüren. Zehn Tage ohne Handy, Computer, ohne Bücher – alleine das wird eindrücklich werden. Wir sind eine kleine Gruppe von sechs Teilnehmenden, mit zwei Leitern. Drei Tage und Nächte ist jeder Visionssuchende für sich alleine draußen, bei jedem Wetter, möglichst ohne zu essen.

Ich habe mich schon lange mit meiner Vision beschäftigt und bereits viele Menschen im Berufungscoaching bei ihrer Visionsfindung unterstützt. Doch so eine Vision-Quest draußen in der Natur ist eine neue Erfahrung für mich. Seit ein paar Wochen suche ich die Ausrüstung zusammen, die ich dafür brauche und häufe alles in meinem Arbeitszimmer an (mein Mann, mit dem ich das Zimmer teile, ist nicht sehr erfreut darüber, denn er hat es gerne aufgeräumt.)

Morgen, am Dienstag, den 3. Juli geht es los. Ich bin schon sehr gespannt, wie es laufen wird und was sich zeigen wird!

Regina Schlager

Viele Menschen befinden sich heute in einer Phase des tiefgreifenden Wandels, sowohl persönlich wie auch beruflich. Das Alte passt nicht mehr; das Neue ist noch nicht da oder fühlt sich noch sehr unsicher an. Auch als Gesellschaft befinden wir uns weltweit in einer Zeit des Übergangs. Regina Schlager begleitet in diesen Phasen der Transformation als Coach, Facilitator und Autorin. Sie öffnet im Einzel- und im Gruppensetting Räume, um in lebendigen, kreativen und achtsamen Kontakt mit sich selbst, anderen und der Welt zu kommen und aus dieser Verbindung heraus zu handeln.

Schlagwörter: Wachstum, Koerperwissen, Vision, Ziele, Berufung, Lebenskunst

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