Dich durch das Innehalten mit dem verbinden, was dich zutiefst nährt

6. Januar 2021, Regina Schlager

Vielleicht hast du dir zwischen Weihnachten und Neujahr Zeit genommen, um zur Ruhe zu kommen. Vielleicht durchlebst du die Rauhnächte ganz bewusst, die bis zum sechsten Januar andauern. Es ist eine traditionelle Zeit der Stille und der Einkehr. Diese Zeit im Jahr lädt uns aber darüber hinaus dazu ein, mit unserem tieferen Selbst in Kontakt zu kommen. Was aus meiner Erfahrung dabei helfen kann, ist die Frage: Was nährt mich zutiefst? Die daraus folgenden Einsichten und Antworten bereiten den Boden für das neue Jahr.

In meinem Online-Kurs “Innehalten zwischen den Jahren” habe ich mit einer Einführung (oder auch Auffrischung und Vertiefung) in Achtsamkeit und mit Meditationen dabei unterstützt, sich im Weihnachtstrubel für fünf Tage 30 Minuten täglich Zeit zu nehmen, um in die Ruhe zu gehen. Und ich habe am fünften Tag, am 31. Dezember, den Teilnehmer*innen auch Reflexions-Fragen mitgegeben, die sie über den Jahreswechsel ins neue Jahr begleiten.

Ruhig zu werden, in die Präsenz zu kommen, das wird durch die Art der Meditation (Achtsamkeits-Meditation, “Embodied Meditation”), die ich weitergebe, unterstützt. Eine Einführung in die Körperhaltung, die bei der Meditation hilfreich ist, findest du in diesem Youtube-Video: "Über den Körper in die Präsenz kommen – Einführung in Achtsamkeit und Meditation".

Der Winter lädt uns aber darüber hinaus dazu ein, mit unserer Essenz in Kontakt zu kommen. Meditation kann einen Raum öffnen, um das zu ermöglichen.

See, Berg, Winter, Schnee. Pixabay - David Mark

Eine Frage, die dich dabei unterstützt, mit deiner Essenz in Kontakt zu kommen, ist: Was nährt mich zutiefst?

 

Das, was dich zutiefst nährt, ist verbunden mit deiner Lebenskraft, deiner Lebensenergie. Was dich nährt, speist deine Kraft. Was nicht, das zehrt an dir, das laugt dich aus.

Ein Gefäß, das mit Wasser gefüllt ist

Ich kann viel mit dem Bild eines Gefäßes anfangen, das mit Wasser gefüllt ist. Was dich nährt, füllt das Gefäß. Was nicht, das leert das Gefäß. Vielleicht hast du die Tendenz, ständig geschäftig zu sein, permanent etwas “tun zu müssen”. Oder du fühlst dich ausgelaugt und erschöpft und kannst dich kaum zu etwas aufraffen. Beides zeigt, dass etwas nicht in Balance ist.

Und beide Tendenzen sind sehr häufig in unserer Zeit und Gesellschaft. Das permanent Geschäftig-Sein wird sogar meist als positiv bezeichnet und belohnt. Und auch das Ausgelaugt-Sein wird schon beinahe als normal betrachtet.

Wenn wir im Winter unser Gefäß nicht auffüllen, dann starten wir erschöpft ins neue Jahr. Oder voller Ideen, doch abgekoppelt von dem, was uns wirklich wichtig ist.

Hinabtauchen in einen tiefen See

Das, was dich nährt, kommt aus den Tiefen deines Selbst. Für mich ist es wie ein Hinabtauchen in einen tiefen See. Hinabtauchen zur Quelle. An der Oberfläche gibt es viel geschäftiges Treiben, auch viele Gedanken, Sorgen. Weiter unten wird es immer stiller. Immer dunkler.

Der See wird durch das gespeist und aufgefüllt, was dich nährt. Aktivitäten, bei denen es nicht um Erfolg oder Leistung geht. Wo es nichts zu erreichen gilt. Wo du dich wie ein Kind in etwas versenken kannst und die Uhrzeit keine Rolle mehr spielt.

Was nährt dich?

Die Zeit, in der wir uns befinden, ist nicht einfach. Die Covid-Pandemie ist noch in vollem Gange. Ein Zurück zum “Normal” von vorher wird es aus meiner Sicht nicht geben. Unsere Kraft ist jetzt besonders gefordert. Veränderung braucht Kraft. Wandel braucht Kraft. Und es braucht auch Kraft, zu sich selbst zu stehen und die eigene Berufung zu leben.

Nimm dir Zeit, innezuhalten, ruhig zu werden und in dein Inneres die Frage zu stellen: "Was nährt mich?" Sei möglichst ohne Erwartungen, wie die Antworten sein sollen. Lass dich überraschen, was auftaucht.

Für manche ist es Meditation, Hinausgehen in die Natur, malen, ein Instrument spielen, tanzen, singen (aber all das eben nicht, um “besser zur werden”, sondern einfach, weil es Freude macht). Doch vielleicht ist es für dich etwas ganz anderes.

Was ist es für dich? Was nährt dich? Was suchst du dir jetzt Anfang Januar aus, um dein Gefäß aufzufüllen? Damit du dann mit frischer Lebenskraft Klarheit über deine Vision erhältst und dir Ziele für dieses Jahr setzt, die in Einklang sind mit dem, was dir wirklich wichtig ist. Und dann in Folge auch die Energie hast, deine Ziele wirklich umzusetzen und auch offen bist für neue Möglichkeiten, die dir das Leben bringt.

 

Bild: Pixabay - David Mark

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Schlagwörter: Stressbewaeltigung, Achtsamkeit, Koerperwissen, Selbstfreundschaft, Berufung, Lebenskunst, Embodiment, Selbstführung

1 Kommentar

Annette, 24. Januar 2021

Mich nährt, in's Freie zu gehen. Weite, Luft, Natur und die freie Wahl welchen Weg ich nehme.

Ich bin schon immer gern gewandert, doch weniger im Winter. Wenn jedoch viele andere Möglichkeiten wegfallen, werden Wandern und die Natur noch wichtiger.

Und sie wirken verlässlich auch in diesen Zeiten.

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