Warum ein bewusster Ernteschnitt für das Neue wichtig ist

16. September 2021, Regina Schlager

Wovon möchtest du dich verabschieden? Was möchtest du loslassen? Und wofür möchtest du frei werden? Was wird durch den Raum, der dadurch entsteht, in deinem Leben möglich? Laut Gaia-Prinzip wird die jahreszeitliche Phase, die von Anfang August bis 20. September wirksam ist, "Ernteschnitt" genannt. Es geht dabei um Entscheidung und Abschluss. Nicht immer einfach, nicht unbedingt beliebt, häufig übergangen. Doch essentiell für jeden Zyklus - sei es in einem Projekt, einer Lebensphase oder dem Jahresverlauf.

Häufig hasten wir von einem Projekt zum Nächsten

Hast du es vielleicht auch schon erlebt? Du bist in einem Projekt beteiligt, es kommt zu einem Ende. Vielleicht ist noch gar nicht alles erledigt, doch schon geht es weiter zum nächsten Projekt. Für Reflexion, wie es gelaufen ist, bleibt wenig bis gar keine Zeit: darüber, was gut gelaufen ist und was eher nicht, was fertig geworden und was offen geblieben ist. Und was die Beteiligten daraus lernen können.

Wenn ich jetzt im September spazieren gehe, dann sehe ich: die Felder sind abgeerntet; die Äpfel sind teilweise noch auf den Bäumen, manche auch schon geerntet, andere liegen auf dem Boden, umschwirrt von Insekten.

Erntekorb, Herbst

In einem zyklischen Verständnis braucht es bewusste "Schnitte", bevor etwas Neues gut beginnen kann

In einem zyklischen Verständnis braucht es eine bewusste Ernte. Und den ehrlichen Blick darauf: denn nicht alles, was im Erntekorb liegt ist prall und nahrhaft. Manche Saat ist erst gar nicht aufgegangen. Manche Früchte sind abgefallen und verfault. Manche Früchte sind nicht reif geworden - ich sehe das derzeit bei meinen Spaziergängen an Maiskolben, die immer noch sehr klein und bereits vertrocknet auf einem Feld zu sehen sind.

Was kann das jetzt gerade in deinem Leben bedeuten? Mit welchen Initiativen, welchen Projekten hast du dich in den letzten 12 Monaten beschäftigt? Welche waren besonders wichtig für dich, sind womöglich aus deiner Vision entsprungen? Wenn du mit aufrichtigem Auge darauf blickst: Was erkennst du? Versuche, dich und das, was du gemacht und erreicht – oder vermeintlich nicht erreicht – hast, nicht zu verurteilen.

Was davon möchtest du mitnehmen: in den Herbst und Winter, die Zeit des Rückzugs und des Innehaltens, in den nächsten Zyklus? Und wovon möchtest du dich, im Sinne eines Ernteschnitts, freischneiden?

Ich habe in den letzten Jahren bemerkt, dass für das "Freischneiden" Rituale sehr wirksam sind. Sehr gute Beschreibungen findest du bei Veronika Lamprecht in ihrem Buch: "Natürlich erfolgreich. Leben und wirtschaften nach dem GAIA-Prinzip."

Hier ein paar Hinweise, wie du so ein Ernteschnitt-Ritual für dich gestalten kannst:

  • Suche dir einen symbolischen Gegenstand, mit dem du dich von oder für etwas freischneidest.
  • Lege dir eine Schwelle vor dich hin, z.B. ein Tuch oder einen Zweig. Und sprich dann noch hinter der Schwelle laut aus: "Ich schneide mich frei von (oder für)...".
  • Dann vollziehe einen symbolischen Schnitt. Und mache dann einen bewussten Schritt über die Schwelle: in das Neue, in dein Reich der Fülle, in dem du frei bist von "Altlasten".

Du kannst darauf vertrauen, dass das, was du weggeschnitten hast, Dünger ist für das Neue. Es war nicht "umsonst", es ist kostbare Nahrung.

 

Falls du so ein Ritual gestaltest, berichte gerne im Kommentar davon, oder schreibe mir ein E-Mail. Ich bin gespannt, wie es dir damit geht und was es für dich bewirkt.

Bild: Pixabay - Susanne Jutzeler, suju-foto

 

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Schlagwörter: Wachstum, Selbstmanagement, Achtsamkeit, Veraenderung, Gaia-prinzip, Selbstführung

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