Einen Glaubenssatz mit dem Felt Sense verändern

2. September 2021, Regina Schlager

Häufig wird bei einem Glaubenssatz geraten, ihn positiv zu formulieren und sich dann als Affirmation immer wieder und wieder zu sagen. Das würde ihn verändern. Meine Erfahrung zeigt: Affirmationen haben am Schluss des Prozesses ihren Platz. Doch zu früh angewendet, kleistern wir damit einfach im Kopf einen neuen Satz über den alten. In unserem Inneren aber sitzt immer noch der Teil von uns, der die ursprüngliche Auffassung glaubt. Mit Hilfe des Felt Sense gelingt es, Kontakt mit diesem Anteil aufzunehmen – und in der Folge auch den nicht mehr hilfreichen Glaubenssatz zu transformieren.

Darüber, was ich unter einem Glaubenssatz verstehe, habe ich ich in meinem Blogartikel „Was ist ein Glaubenssatz?“ geschrieben. Ich gehe davon aus, dass wir einen Glaubenssatz, der nicht mehr hilfreich für uns ist, wandeln können. Wie wir das tun, ist dafür entscheidend, ob das wirksam und dauerhaft ist.

Warum Affirmationen bei einem Glaubenssatz nur kurzfristig wirken

Einen Glaubenssatz einfach umzuformulieren, hat durchaus kurzfristig Wirkung. Wir fühlen uns in der Eigenverantwortung, wir kommen ins Handeln – wir richten uns auf den für uns positiv formulierten Satz aus. So könnte ich statt „Ich bin nur etwas wert, wenn ich gute Leistung bringe“ sagen: „Ich bin wertvoll, so wie ich bin.“ Und mir das täglich dutzende Male einflüstern.

Meine Erfahrung zeigt mir jedoch, dass sich die ursprüngliche Auffassung hartnäckig hält. Das zeigt sich insbesondere daran, dass sich konkret im Leben nicht wirklich etwas verändert. Und der alte Glaubenssatz irgend wann einmal wieder aufpoppt und sehr präsent ist.

Das ist auch nicht erstaunlich, ist ein Glaubenssatz doch meist schon sehr früh in unserem Leben entstanden – und mit unserem Selbstbild verbunden. Das, was wir annehmen zu sein, ist damit verknüpft. Ein Glaubenssatz ist nicht etwas, das alleine mit unseren Gedanken zu tun hat. Sondern mit unseren Gefühlen, Emotionen, unserem Körperempfinden, unserem Gefühl von Getrenntheit oder Verbundheit, unserem Vertrauen in das Leben.

Einen Glaubenssatz einfach auszutauschen hat mit einem mechanischen Weltbild zu tun

Einen Glaubenssatz einfach durch einen anderen auszutauschen hat für mich mit einem Weltbild zu tun, das mit mechanischen Bildern einer Maschine operiert. Etwas bei der Maschine ist kaputt, ich tausche es aus, schon funktioniert sie wieder „wie geölt“. So wurde und wird in den vorherrschenden und unsere Gesellschaft prägenden Strömungen der westlichen Wissenschaft und Wirtschaft auch unser „inneres Erleben“, das, was wir subjektiv empfinden und erleben, als zweitrangig abgetan. Was zählt, ist das, was man messen, wiegen und in Zahlen ausdrücken kann.

Ich spreche gerne von der „inneren Landschaft“, wenn es um unser inneres Erleben geht. In dieser Landschaft können wir Anteile von uns aufsuchen und erkunden. (Ich weiß, auch „Anteile in uns“ ist ein Bild, das uns in Teile aufspaltet, in diesem Sinne noch in der Maschinenmetapher. Aufgrund der Anschaulichkeit behalte ich es bei.) Dafür gibt es verschiedene Methoden. Selbst arbeite ich mit dem „Felt Sense“ oder noch genauer „Felt Sensing“ aus dem Focusing.

Wie der Felt Sense oder das Felt Sensing bei der Veränderung von Glaubenssätzen hilft

Mit „Felt Sense“ ist die gefühlte Bedeutung oder das gespürte Wissen über eine Situation oder ein Thema gemeint. Dieses Wissen befindet sich zunächst noch jenseits der Worte. In einem achtsamen Prozess werden dafür Worte gefunden, die sich stimmig anfühlen. Felt Sensing pendelt so permanent zwischen körperlich-emotionalem Erleben und dem Ausdruck in Sprache.

Wie kann der Felt Sense nun bei Glaubenssätzen helfen?

  • Wir können uns dem Glaubenssatz achtsam und voller aufrichtigem Interesse nähern, ohne uns unter Druck zu setzen, dass wir uns in eine bestimmte Richtung verändern müssen
  • Das, was dieser Glaubenssatz für uns ausmacht, zeigt sich uns in inneren Bildern, Gedanken, Erinnerungen, Gefühlen, körperlichen Empfindungen – doch all das nicht voneinander abgetrennt, sondern miteinander vernetzt
  • Wir können die Funktion des Glaubenssatzes herausfinden, denn er war bislang zu etwas gut, sonst hätten wir nicht daran festgehalten
  • Oft tauchen Situationen in unserem Inneren auf, die uns zeigen, wann und warum der Glaubenssatz entstanden ist (ohne dass wir das alles rational verstehen müssen)
  • In dieser Situation in der Vergangenheit durften wir etwas nicht fühlen oder leben, wir haben uns in irgendeiner Form von unserer Lebendigkeit abgeschnitten
  • Diese gebundene Energie kann wieder zu uns zurückkommen, wir fühlen das als „Felt Shift“
  • Wir können uns entscheiden, ob wir den Glaubenssatz in dieser Form noch brauchen – oder ob wir ihn verändern möchten: und uns eine Aktion suchen, die wir konkret und zeitnah in unserem Alltag ausführen

Wenn dich das anspricht und du das Gefühl hast, selbst nicht weiterzukommen: Ich helfe dir gerne, mit dem Felt Sense in Kontakt zu gehen und deine Glaubenssätze liebevoll zu erforschen und zu transformieren.

 

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Schlagwörter: Wachstum, Selbstmanagement, Achtsamkeit, Koerperwissen, Veraenderung, Lebenskunst, Embodiment, Selbstführung, Resilienz

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