Grundlagen für deine Vision 2022

29. Januar 2022, Regina Schlager

Hast du dir bereits Ziele gesetzt für das Jahr 2022? Bist du schon losgestartet mit allerlei Projekten und Vorhaben? Oder gehst du es im Jänner noch langsam an und hörst in dich hinein, was in diesem Jahr wirklich wichtig ist? Wo auch immer du derzeit stehst, eine Vision für das Jahr zu entwickeln, ist auf jeden Fall hilfreich. Und es ist noch nicht zu spät, im Gegenteil: Anfang Februar ist eine besonders wirkungsvolle Zeit dafür. Ich stelle dir in diesem Artikel Grundlagen für deine Vision des Jahres vor, bevor ich dann im nächsten Artikel drei konkrete Anregungen vorstelle, wie du deine Vision entwickeln kannst.

Zunächst einmal: Was meine ich überhaupt mit einer Vision?

Unter „Vision“ verstehe ich in diesem Zusammenhang ein anziehendes „Bild“ der Zukunft, einer Zukunft, die du als erfüllt und lebenswert empfindest, in der du in Einklang mit dem, was dich zutiefst ausmacht und dir wirklich wichtig ist, lebst und arbeitest.

Bild setze ich unter Anführungszeichen, da eine Vision auf verschiedenen Sinneskanälen greifbar werden und auch mit verschiedenen Formen ausgedrückt werden kann. Das innere Bild und der Ausdruck als gemaltes Bild oder Collage sind nur eine Möglichkeit unter anderen. Du kannst auch hören, riechen und schmecken, was deine Vision ausmacht; es können verschiedenste Gefühle damit verbunden sein; du kannst deine Vision intuitiv spüren oder verschriftlichen.

Sandstrand, Ostsee in Polen, Wasser, Sonne

Was ist bei einer Vision wichtig?

Zeit und Aufmerksamkeit

Es braucht Zeit und Aufmerksamkeit, dich deiner Vision zu nähern – da eine Vision ganz stark mit deinen Sehnsüchten und Wünschen verbunden ist und aus deiner Essenz entspringt. In der 1:1-Begleitung steht die Visionsentwicklung bei mir am Ende des „YIN-Moduls“, wo sich Teilnehmer*innen intensiv mit sich selbst beschäftigt haben: Ihren Bedürfnissen, Stärken und Werten, auch dem, was sie hindert, ins Handeln zu dem für sie stimmigen Neuen zu kommen. Ich nenne das dann auch die „größere Vision“.

Doch auch, wenn du dich noch nicht eingehender mit deiner größeren Vision befasst hast, lohnt es sich, wenn du dich deiner Vision für das Jahr 2022 widmest. 

Achtsamkeit

Eine achtsame Haltung sich selbst gegenüber ist entscheidend bei der Vision. Um uns herum rauscht und schwirrt es meist als Normalzustand: tägliche Anforderungen in Beruf und Familie, Handy-Nachrichten, Social-Media, E-Mails, weitere Medien... Und gleichzeitig ist in uns ein Geschwirre und Rauschen an Gedanken und Gefühlen. Es braucht zunächst eine gewisse Ruhe und Stille, um überhaupt die leiseren Töne wahrnehmen zu können, die uns mitteilen, wo es uns hinzieht. Methoden der Achtsamkeit sind hier sehr hilfreich, wie zum Beispiel über den Atem und die Körperwahrnehmung im Moment ankommen.

Alle Wissensebenen und alle Sinne einbeziehen

Die Vision, wie ich sie verstehe, ist kein reines Gedankenexperiment. Damit sie ihre Kraft entfalten kann, beziehe ich alle Wissensebenen ein: Verstand, Gefühl, Körper, Spirit. Wichtig ist vor allem, dem inneren Funken der Intuition zu vertrauen – was fühlt sich richtig und voller Energie an? Was ist stimmig? Was erlebe ich als freudig? Eine Vision, die mit dem eigenen Selbst verankert ist, weist für mich auch immer über mich selbst hinaus: Es geht dann um das Aufgehobensein und den eigenen Beitrag im „größeren Ganzen“.

Damit sich eine Vision in uns verankern kann, braucht unser Nervensystem vielfältige Impulse: von allen unseren Sinnesempfindungen. Aus diesem Grund leite ich in der 1:1-Begleitung und in Gruppen den Prozess der Visionsentwicklung auch mit Übungen an, die alle Sinne einbeziehen: eine Situation wird so im inneren Erleben gesehen, gehört, geschmeckt, ertastet oder gespürt, gerochen. Die Sinnesempfindungen fließen oft zusammen in Gefühlsqualitäten wie etwa Leichtigkeit, Weite, freudiges Fließen etc. Entscheidend dabei ist, dem eigenen inneren Erleben immer mehr vertrauen zu lernen: es sind ganz individuelle Symbole, die dir dein Inneres zeigt. In dir wohnt eine innere Landschaft, die es zu entdecken gilt; und in dir wohnt eine faszinierende Sprache. Wir sind alle höchst kreative Wesen und können aus diesem inneren Reichtum schöpfen!

Die zweifelnden Stimmen ernst nehmen

In diesem Prozess tauchen sicherlich innere Stimmen auf, die Zweifel säen: „Was soll das denn bringen?“, „Das ist doch viel zu wenig konkret“. Ich finde es sehr wichtig, diese Stimmen ernst zu nehmen. Sie haben ihre Berechtigung, sie haben ihre Geschichte, sie haben eine Funktion. Nur sind sie nicht immer hilfreich. Vor allem nicht im Visionsprozess.

Daher rege ich an, diese zweifelnden Stimmen wahrzunehmen und ihnen mitzuteilen, dass die konkrete Zielsetzung und Projektarbeit später noch dran kommt. Dann darf der analytisch-planende Verstand zum Zug kommen. Denn aus der Vision leiten wir Ziele ab. In diesem Fall: Ziele für das Jahr 2022. Und wir legen fest, wie wir diese Ziele erreichen möchten. Je nach Typ und Neigung kann das dann eher intuitiv passieren oder mithilfe von Planungsmethoden und -tools.

Manchmal drücken sich in solchen Zweifeln auch Glaubenssätze von uns aus, oder wir sind es einfach noch nicht gewohnt, in der oben beschriebenen Weise mit uns umzugehen, und finden es eigenartig oder gar lächerlich. Auch das darf gesehen und näher angeschaut werden.

In meinem nächsten Artikel gebe ich dir drei konkrete Anregungen, wie du deine Vision 2022 erstellen kannst.

Hast du Fragen oder Bemerkungen dazu? Gerne kannst du einen Kommentar dazu unten im Kommentarfeld schreiben oder mir ein E-Mail schicken.

Siehe auch weitere Artikel von mir zum Thema Vision:

Warum eine Vision wichtig ist (05.02.2021)

Sein und werden – die Kraft der Vision (27.01.2020)

Eine kraftvolle Vision säen (30.03.2018)

Wie eine Vision entsteht (08.11.2016)

 

Bild: Regina Schlager

 

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Schlagwörter: Vision, Berufung

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