Der rote Faden und das Loslassen

3. November 2022, Regina Schlager

Nebel liegt seit dem 31. Oktober am Vormittag über den Straßen und Gärten von Zürich, lässt nach dem warmen Frühherbstwetter die Jahreszeitqualität erahnen, die nun angebrochen ist: die Zeit der Essenz, die Zeit des Rückzugs.

Regina Schlager

Rückzug: in die Stille gehen, in dich hineinhören, möglichst nicht von Termin zu Termin hetzen

Essenz: Das, was dir wirklich wichtig ist, was dich ausmacht, der rote Faden in deinem Leben

Beides hat mit Loslassen zu tun.

Bei mir zeigt sich das gerade deutlich.

In meinem roten Faden finden sich verwoben: Lesen, Schreiben, das Dialogische, Achtsamkeit, die eigene Stimme finden und ausdrücken, das Eigene leben und damit auch die eigene Berufung gestalten.

  • In eine Form geflossen ist das im letzten Jahrzehnt in Coachings und Gruppenangebote wie Circles und Workshops, auch in Podcast-Gespräche und Blogartikel.
  • Nun entwickelt sich zusätzlich eine neue Form mit Schreibkursen, wo es um Selbstfindung, Selbstausdruck und (Neu-)Orientierung durch kreatives Schreiben geht;
  • und – mein Herz pocht bei dieser Ankündigung – ich schreibe, nach meinem Sachbuch „Mutig mit dem Herzen führen“, an einem Roman, der eine Entwicklungs- und Familiengeschichte beinhaltet.

Beim Schreiben merke ich immer deutlicher, wie sehr es um Loslassen geht, will ich in den kreativen Fluss kommen.

Das ist gar nicht so einfach, melden sich doch die innere Kritikerin und der innere Zensor mit Erwartungen und Regeln, was gut und was schlecht ist („der Text ist nicht gut aufgebaut, nicht spannend, und auch noch ein Rechtschreibfehler, jetzt pass aber auf!“).

Gewiss, auch die Überarbeitung von Texten ist wichtig, wenn man sie weiterentwickeln oder weiterverwenden möchte, damit nach außen treten – doch das darf danach als zweiter Schritt erfolgen.

Für mich findet sich das in der ReConnect-Kreisspirale mit den Prozessen des YIN und des YANG:

YIN: das tiefe Eintauchen in den kreativen Fluss, die Zügel loslassen, Kontrolle abgeben, hier ist besonders die rechte Hirnhälfte aktiv

YANG: Überarbeitung, Ausgestaltung, logischer Aufbau, Spannungsbogen, Leser*innen-Orientierung. Hier darf besonders die linke Hirnhälfte ihre Stärken ausspielen.

Letztlich geht es um ein Zusammenspiel, von YIN und YANG, von rechter und linker Hirnhälfte.

Um die eigene Essenz zu leben, gilt es, Dinge loszulassen.

Denn nicht für alles, was mich interessiert, habe ich Zeit und Energie. Und manches ist auch nicht mehr passend.

Gerade verabschiede ich mich von meiner Rolle als Gaia-Wirkende. Hier war er wieder gefragt: der Mut zu gehen oder zu bleiben. Ich entschied mich in diesem Fall für das Gehen.

Stimmig finde ich, dass das jetzt im November in der Zeit des Loslassens geschieht und ich auch noch Co-Moderatorin bin im Workshop „Essenz & Rückzug“ heute am 3. November mit Melanie Ribis im Rahmen des Gaia-Online-Jahreskreises.

Das Gaia-Prinzip bleibt mir wichtig, ebenso die damit verbundenen Menschen, doch meine Energie möchte ich bündeln für meine ReConnect-Angebote, die neu entstehenden Schreibkurse (ab 2023) und mein belletristisches Schreiben.

Was ist der rote Faden in deinem Leben? Wie könntest du ihn beschreiben? Gilt es, etwas loszulassen? Vielleicht magst du dir dafür im November Zeit nehmen, am besten mit einer Tasse duftenden Tees.

Bild: Regina Schlager

 

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Schlagwörter: Achtsamkeit, Veraenderung, Berufung, Gaia-prinzip, Selbstführung