Vorbilder

24.09.2012, Regina Schlager

Als ich mich vor über zwei Jahren in meinem eigenen Berufungscoachingprozess befand, gab mir mein Coach als Übung für zuhause die Frage nach drei Vorbildern mit. Er lud mich ein, bis zum nächsten Mal darüber zu reflektieren, was ich an ihnen bewundere. Vorbilder? Ich zögerte. Irgendetwas in mir wehrte sich dagegen, lehnte die Idee ab, jemanden auf ein Podest zu stellen und dann womöglich zu versuchen, diese Person zu kopieren.

Ich ließ mich dann doch darauf ein und dachte darüber nach: „Wer lebt so und tut Dinge, dass es mir zusagt und mich fasziniert?“ Drei Menschen kamen bald zum Vorschein. Eine davon: Margaret Wheatley. Bei ihr spricht mich an: Dass sie Wissenschaft und Praxis verbindet und dabei die Erkenntnisse über lebende Systeme aus verschiedensten Disziplinen auf Organisationen und Gemeinschaften anwendet; ihre Ansicht, es sei ein Grundbedürfnis des Menschen, menschlicher und harmonischer zusammenzuleben - mit der Konsequenz, dass es gilt wegzukommen von unserer mechanistischen Denkweise; ihre ganzheitliche Sicht auf Wissensmanagement und organisationales Lernen; ihre Vielfalt; sie als Mitbegründerin des Berkana Institute...

Damals schon war ich interessiert an ihren Büchern. Vor kurzem habe ich mir zwei davon gekauft: 1) Turning to One Another: Simple Conversations to Restore Hope to the Future und 2) Leadership and the New Science: Discovering Order in a Chaotic World. Ich lese sie gerade und werde hier in Blogartikeln noch näher darauf eingehen.

Wie aber stehe ich heute zu Vorbildern? Meine Ansicht hat sich durch die Erfahrung im Coaching verändert. Wenn wir uns überlegen, was uns an anderen Menschen fasziniert, dann lernen wir dabei viel über uns selbst. Uns zieht nur etwas an, das auch in uns selbst angelegt ist. Sonst wäre da gar keine Resonanz. Indem wir uns mit Vorbildern beschäftigen, finden wir eigene Ressourcen heraus, die noch entwickelbar sind. 

Vielleicht sind diese Fähigkeiten derzeit wie ein Samenkorn in der Erde verborgen. Bieten wir ihm die richtigen Rahmenbedingungen und kümmern wir uns darum, so kann es keimen und daraus ein Pflänzchen sprießen. Die Pflanze, die dann mithilfe unserer weiteren Zuwendung heranwächst, wird einzigartig sein und keinesfalls eine Kopie.

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