Wachstum und Verbundenheit in Balance

29.01.2013, Regina Schlager

Wir tragen die Erinnerung an die Erfahrung in uns, die wir am Anfang unseres Lebens, im Bauch unserer Mutter gemacht haben: Wir erlebten eine Einheit zwischen „Ich wachse jeden Tag ein Stück über mich hinaus“ und „Ich bin verbunden und möchte auch weiterhin verbunden bleiben.“ Daraus bildete sich die Erwartungshaltung, dies weiterhin im Gleichgewicht zu erleben. Wie aber wird uns das wieder möglich, wenn wir es verloren haben?

Am 19.12.2012 schrieb ich in meinem Artikel „Wachstum und Verbundenheit“ über diese zwei grundlegenden menschlichen Bedürfnisse. Dabei bezog ich ich mich auf den Vortrag „Müssen wir umdenken, umfühlen oder etwas einfach nur ganz anders machen, damit sich unser Gehirn verändert?“1) des Neurobiologen Gerald Hüther und kündigte an, in meinem nächsten Artikel zu schreiben, wie es gelingt, diese zwei Grundbedürfnisse ins Gleichgewicht zu bringen. Da haben sich nun Ende 2012 und Anfang dieses Jahres andere Artikel dazwischen geschoben.

Blogartikelserie über den Vortrag von Gerald Hüther

Hier alle bisher erschienenen Blogartikel in der Serie mit Bezug auf den Vortrag Gerald Hüthers:

„Bewegung ist Doping fürs Gehirn“ (Gerald Hüther)

  • Die wichtigsten Erfahrungen, die uns am Anfang unseres Lebens prägen, sind Körpererfahrungen. Durch Bewegung wird unser Gehirn buchstäblich strukturiert, es entstehen Verbindungen zwischen Nervenzellen.
  • Was sich im Gehirn wie verknüpft, hängt davon ab, welche Gefühle wir mit den Körperbewegungen verbinden. Als Babys macht es uns Freude, unseren eigenen Körper bewegen zu lernen. Und wie viel lernen wir doch in kurzer Zeit, es ist doch erstaunlich! Eltern werden wohl bestätigen können, was sich da täglich bei ihren Kindern tut.
  • Diese Begeisterung über sich selbst im frühkindlichen Alter kann später als Ressource wieder aktiviert werden: durch Bewegung können wir Freude erleben und uns lebendig fühlen.

Feldenkrais®

Hier helfen verschiedene Formen der Körperarbeit, wie beispielsweise Feldenkrais®. Von der Feldenkrais® Methode halte ich persönlich sehr viel, ich kann sie daher aus eigener Erfahrung emfpehlen. Feldenkrais® hat mir in den letzten Jahren geholfen, mich von alten Mustern zu lösen, mich mit mir selbst in Kontakt zu bringen und mich Neuem zu öffnen auf eine Art und Weise, die mir gut tut und mich nicht überfordert. Ich habe einen neuen Zugang zu mir selbst gefunden, nicht zuletzt macht es mir Spaß. Hier der Link zu einem Video, in dem ich mich mit Christoph Habegger, einem Feldenkrais-Lehrer aus Wien unterhalte.

„Das Gehirn ist ein soziales Konstrukt“ (Gerald Hüther)

So wie wir zunächst primär über unsere Körpererfahrungen lernen, werden dann später die Erfahrungen in sozialen Beziehungen prägend. Als Kinder nehmen wir sehr sensibel wahr, wie die Erwachsenen zu uns und untereinander in Beziehung treten. Ob die Eltern der Welt misstrauisch gegenüber stehen oder aber offen und neugierig, das wirkt sich auf das Kleinkind aus.

„Das Gehirn ist ein soziales Konstrukt.“ (Hüther). Um wieder die Balance unserer Grundbedürfnisse Wachstum und Verbundenheit zu finden, ist es sehr wirksam, wenn wir uns gemeinsam mit anderen in einen Rhythmus einschwingen, zum Beispiel gemeinsam tanzen oder trommeln. Lernen ist ein sozialer Akt. Hüther beschreibt es so, dass durch das gemeinsame Bewegen so etwas wie Sozialresonanz entsteht.

 

Was bedeutet Ihnen Bewegung? Erfahren auch Sie Bewegung als etwas, das Ihnen hilft, Zugang zu sich selbst zu finden?

 

1) Gerald Hüther: Müssen wir umdenken, umfühlen oder etwas einfach nur ganz anders machen, damit sich unser Gehirn verändert? Vortrag auf dem Heidelberger Symposium „Gehirn und Körper“ vom März 2008. Audio (mp3) Auditorium Netzwerk (2009)

 

 

Schlagwörter: Selbstmanagement, Koerperwissen, Veraenderung

Kommentare werden vom Moderator freigeschaltet

Kommentar hinzufügen

* Felder sind erforderlich