Entscheiden im Supermarkt der Möglichkeiten

23.03.2013, Regina Schlager

„Supermarkt der Möglichkeiten“ – das stammt aus dem Titel einer Ausstellung, die ich vor kurzem besucht habe: „Entscheiden. Eine Ausstellung über das Leben im Supermarkt der Möglichkeiten“ in Lenzburg (Schweiz). Wie erfolgt die Entscheidungsfindung angesichts unzähliger Optionen?

Ausstellung Stapferhaus Lenzburg 2013: Entscheiden. Im Supermarkt der Möglichkeiten

Die Ausstellung ist angelegt wie ein Supermarkt: Man erhält beim Eingang eine Einkaufstasche, und am Schluss zahlt man an einer Laufbandkassa. Dort wird einem auch die Auswertung der Fragen ausgehändigt, die man während des Rundgangs beantwortet hat: Wie verhält man sich, wenn Entscheidungen im Privat- und im Berufsleben anstehen? Eher zögerlich oder eher zupackend? Entscheidet man eher mit dem Kopf oder aus dem Bauch heraus?  Außerdem bekommt man drei Tipps (Übungen) in Sachen Entscheidungen.

Wir haben heute, zumindest in Mitteleuropa, den Eindruck, dass uns unzählige Möglichkeiten offen stehen. Eine Supermarkt mit riesigem Warenangebot. Da fällt uns die Entscheidung nicht leicht. Wie das wählen, was gerade das Richtige ist?

Nein sagen als Voraussetzung für Selbstbestimmung

Ein Aspekt, der in der Ausstellung erwähnt wird, erscheint mir wichtig: Um sich für etwas entscheiden zu können, muss man NEIN sagen können. Etwas zu wählen bedeutet, anderes abzuwählen. Um nein sagen zu können, ist es wichtig, um die eigenen Bedürfnisse zu wissen. Wozu will ich JA sagen? Was tut mir gut? Was bringt mich weiter? Und wie beeinflusst meine Entscheidung meine Umgebung?

Entscheiden. Im Supermarkt der Möglichkeiten. Ausstellung Stapferhaus Lenzburg 2013.

Entscheiden mit Verstand und Intuition

In einem Raum werden Interviews gezeigt. Die meisten befragten Personen erwähnen, dass es bei Entscheidungen auf die Integration von Kopf und Bauch ankommt (ich würde noch das Herz dazu nehmen). Entscheidungen spielen sich nicht nur im Kopf ab. Wenn wir uns bewusst machen, dass es die rein rationale Entscheidung gar nicht gibt, werden wir offen dafür, unsere intuitive Wahrnehmung zu schulen.

Das heißt nicht, dass Analyse, z.B. ein Abwägen des Für und Wider mittels einer Liste, schlecht ist, aber sie reicht meist nicht aus, wenn es um wichtige und folgenreiche Entscheidungen geht: wie z.B. – welchen Beruf soll ich wählen? oder Wie soll ich mich beruflich neu orientieren?

Sie wollen vielleicht wissen, welche Auswertung ich bei der Kassa erhalten habe? Hier ein Auszug: „Sie haben keine Angst vor dem Risiko, wissen aber auch, wann der sichere Weg der bessere ist. Dementsprechend handhaben Sie riskante Situationen unterschiedlich: Das eine Mal entscheiden Sie sich, aufs Ganze zu gehen, ein anderes Mal warten Sie lieber ab. Sie bringen Kopf und Bauch in idealer Weise in Einklang – das ist die Voraussetzung dafür, kluge Entscheidungen zu treffen. Sie achten auf eine gute Koordination von unbewussten und bewussten Vorgängen, von Informationen aus dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis – Ihrem ‚Bauchgefühl‘ – sowie Denken und Planen. Wer seine Entscheidungen auf diese Weise trifft, baut sich über die Jahre hinweg ein gutes Leben auf. Weiter so!“ Na, das klingt ja motivierend!

Falls Sie in der Schweiz wohnen oder in die Schweiz zu Besuch kommen: Die Ausstellung ist wirklich sehens- und erlebenswert.

Wie geht es Ihnen mit Entscheidungen? Wie treffen Sie eine Auswahl aus der Fülle an Möglichkeiten?

 

Schlagwörter: Selbstmanagement

Kommentare werden vom Moderator freigeschaltet

Kommentar hinzufügen

* Felder sind erforderlich