3 Gründe, warum Grenzen setzen wichtig ist

12.11.2014, Regina Schlager

Fällt es Ihnen leicht, Grenzen zu setzen? Haben Sie keine Schwierigkeiten damit, Nein zu sagen? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, dann gratuliere ich Ihnen! Bei vielen Menschen fällt die Antwort anders aus. Ich stelle Ihnen drei Gründe vor, warum Grenzen setzen wichtig ist.

Dieser Tage schaue ich mit sehr großem Interesse Dokumentationen zum 25-jährigen Jubiläum des Falls der Berliner Mauer. Diese Grenze hat die Bürger der DDR eingesperrt. Beim Versuch der Überwindung der Grenze sind hunderte Menschen ums Leben gekommen. Da bleibt ein bitterer Nachgeschmack. “Grenze” ist verbunden mit Unfreiheit und Gewalt.

Dieses negative Gefühl verbinden wir häufig auch mit persönlichen Grenzen: uns nicht weiterentwickeln, ausgeschlossen sein, vereinsamen. Nicht gerade etwas, was wir uns wünschen.

Und doch behaupte ich, dass das Setzen von persönlichen Grenzen wichtig ist. Ja, es ist ganz entscheidend für uns und unser Leben. Ich begegne vielen Frauen, die es als Hindernis auf ihrem Weg der Berufung sehen, sich nicht abgrenzen zu können. Im Arbeitsleben führt fehlende Abgrenzung zu Überlastung, nicht selten Burn-Out.

Warum ist das Setzen persönlicher Grenzen wichtig?

Wir entwickeln uns durch Grenzen zur Person

Als Kleinkind entwickeln wir die Fähigkeit “Ich” zu sagen. Wir werden zur Person. Wir sagen “Nein”, oft, immer wieder. Wir beginnen, unsere Bedürfnisse zu erkennen und treten lautstark für sie ein. (Da gelangen wir als Eltern dann häufig wiederum an unsere Grenzen.)

Grenzen schaffen Klarheit

Grenzen geben Orientierung und erleichtern uns somit das Leben. Grenzen sind zunächst nichts anderes als Unterscheidungen. Indem wir Unterscheidungen treffen, können wir überhaupt erst etwas wahrnehmen. Wir können eigentlich gar nicht anders, es ist die grundlegende Form der menschlichen Erkenntnis. Vielleicht geht es vor allem darum, wie bewusst wir das tun.

Durch Anerkennung unserer Grenzen tragen wir Sorge für uns

Unsere Grenzen zeigen uns unsere Begrenzungen. Das ist ja nicht gerade etwas, das wir uns gerne eingestehen. Gerade in einer Zeit, die Grenzenlosigkeit als Prinzip hochhält (für immer jung und fit, immer mehr leisten, uneingeschränkt konsumieren).

Es gibt beispielsweise  Grenzen unserer Belastbarkeit. Nach drei Stunden Computerarbeit brennen die Augen und der Nacken ist verspannt - und trotzdem arbeiten wir weiter. Wenn wir die Grenze erkennen, wenn wir aufmerksam dafür werden, dann können wir für unser Wohlbefinden Sorge tragen. Oft genügt da ja bereits eine kleine Pause: die Augenposition ändern, kurz aufstehen oder drei mal tief durchatmen.

 

Wie stehen Sie zu Ihren Grenzen? Ist es Ihnen möglich, Ihre persönlichen Grenzen zu erkennen?

Schlagwörter: Selbstmanagement, Stressbewaeltigung, Burnout, Selbstfreundschaft

2 Kommentare

Werner G. Hänni at 15.11.2014:

Liebe Regina Zum Thema Grenzen setzen: Für viele Probleme gibt es ein ganz einfaches, orales Verhütungsmittel:"NEIN". Mit Vorteil kommt dieses Wort zwar ganz freundlich, aber bestimmt daher.

Übrigens: Einer der Hauptgründe, die zu einem Burnout führen ist, NEIN meinen, aber dennoch JA sagen.

Mit freundlichen Grüssen, Werner

Regina Schlager at 17.11.2014:

Lieber Werner, "orales Verhütungsmittel NEIN" - das werde ich mir merken! Deinen Hinweis auf das WIE finde ich sehr wichtig. Ein freundliches Nein ist auch meines Erachtens die beste Wahl. Freundlich und doch bestimmt. Doch zunächst kann es vielleicht noch etwas ruppig rüberkommen. Das Wichtigste: Beginnen, üben, aus "Fehlern" lernen. Liebe Grüße, Regina

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