Ist es feig, auf die innere Stimme zu hören?

17.11.2016, Regina Schlager

Auf die innere Stimme hören - ist das nicht Rückzug? Was nützt es, sich auf sich selbst zu besinnen und sich mit der eigenen Vision zu beschäftigen, wenn wir das Gefühl haben: »Ich muss handeln!«?  Ich bin der Überzeugung, dass es ganz entscheidend ist, auf die innere Stimme zu hören, gerade wenn es um das Handeln geht.

Zwiespalt zwischen Aktivität und Passivität

Ich bemerke bei meinen Kundinnen und Kunden sowie in meinem Umfeld, dass viele in sich einen Zwiespalt zwischen »Aktivität und Passivität« wahrnehmen. Sei es, weil sie in ihrer Arbeit oder in anderen Bereichen ihres Lebens etwas verändern wollen. Sei es, weil es sie dazu drängt, angesichts der gesellschaftlich-politischen Lage Positives beizutragen.

Unter »aktiv« wird dann meist verstanden: Ich tue etwas, ich handle, ich bin aktiv. Und »passiv« steht für: Ich tue nichts, ich zögere, lasse mich durch Blockaden abhalten, ich sitze bloß auf meinem Meditationskissen herum etc. Und »passiv« wird dabei als negativ bewertet.

Wenn ich jetzt behaupte, dass es gerade für das Handeln ganz wesentlich ist, auf die innere Stimme zu hören, dann fühlt sich das vielleicht paradox an.

Womöglich werden Sie ärgerlich oder wütend: Was soll dieses In-Sich-Gehen? Ich will nicht herumzögern, ich will Klarheit!

So eine Reaktion wäre verständlich, und ich kenne sie selbst gut. Ich glaube allerdings nicht, dass die Trennung in entweder In-mich-gehen oder handeln besonders hilfreich ist. Ich glaube, in ihr selbst liegt »das Problem«, sofern wir es Problem nennen wollen.

Nach innen zu hören, das kann sich fast wie Feigheit anfühlen. Und doch behaupte ich, dass es entscheidend ist, sich mit sich selbst zu verbinden, um mutig mit dem Herzen zu führen. Feigheit, Mut - wie passt das denn zusammen?

Von einem anderen Ort aus handeln

Es gehört Mut dazu, nach innen zu gehen und zu hören, was da los ist. Auszuhalten, was sich an Ärger, Wut, Scham und Trauer zeigt, ist nicht einfach. Machen wir uns nichts vor, es fühlt sich verdammt schwierig an. Es ist nicht angenehm. Da ist es nicht erstaunlich, dass wir diesen unangenehmen Begegnungen mit unseren inneren Anteilen lieber aus dem Weg gehen.

Und doch habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich dann, wenn ich auf meine innere Stimme höre, von einem anderen Ort aus handeln kann, als wenn ich aus den ersten heftigen Gedanken oder Gefühlen heraus reagiere. Denn wenn ich reflexhaft in eine Reaktion springe, dann bewege ich mich stets in bereits gewohnten Handlungsmustern. Und die sind manchmal einfach nicht mehr förderlich.

Lege ich hingegen eine kurze Pause ein, halte ich inne, höre ich nach innen, dann wird durch diese Unterbrechung eine neue, eine andere, eine frische Reaktion möglich. Und ich spreche in diesem Fall gar nicht mehr von Reaktion, sondern von Antwort. Ich antworte frisch in diesem ganz spezifischen Moment.

Mit innerer Stimme meine ich auch nicht unbedingt eine einzelne Stimme, die ganz klar und deutlich spricht. Das mag sich für manche und in manchen Situationen so ausdrücken. Für mich zeigt sie sich mehr als ganzheitliches Wissen: Dann, wenn ich mit meinen Gedanken, meinen Gefühlen, meinen Körperempfindungen und meiner tieferen Intention in achtsamem Kontakt bin. Das sind dann Augenblicke, in denen ich so etwas wie innere Weisheit in mir spüre. Und ich lerne immer mehr, ihr zu vertrauen.

Der eigenen Wahrnehmung vertrauen zu lernen, das ist ein Übungsweg - kostenloses Teleseminar am 22. November 2016 »3 Schritte, um die innere Stimme zu hören und ihr zu vertrauen»

Um Sie bei diesem Übungsweg zu unterstützen, halte ich am Dienstag, den 22. November 2016, ein kostenloses Teleseminar (Webinar) ab: »3 Schritte, um die innere Stimme zu hören und ihr zu vertrauen«. Beginn ist um 18.00 Uhr. Dauer: 30 Minuten. Nähere Informationen und Anmeldung

 

Regina Schlager

Viele Menschen befinden sich heute in einer Phase des Wandels. Das Alte passt nicht mehr, das Neue ist noch nicht da oder fühlt sich noch sehr unsicher an. Auch als Gesellschaft befinden wir uns weltweit in einer Zeit des Übergangs. Als Coach, Gastgeberin, Autorin und geerdete Philosophin begleitet Regina Schlager  in diesen Transformationsphasen. Sie öffnet Räume, um in lebendigen, kreativen Kontakt mit sich selbst, anderen und der Welt zu kommen und aus dieser Verbindung heraus zu handeln.

Schlagwörter: Wachstum, Entschleunigung, Stressbewaeltigung, Achtsamkeit, Koerperwissen, Selbstfreundschaft

2 Kommentare

Marko Huemer at 24.11.2016:

Hallo Regina,

danke für deinen interessanten Artikel. Auf die eigene Wahrnehmung zu vertrauen ist sehr wichtig. Man kann seinen Gegenüber weitaus besser einschätzen.

Für eine effektive Kommunikation ist ein aktives Zuhören auch sehr wichtig. Doch nicht nur die Worte selbst sind entscheidend, auch Mimik und Gestik spielen dabei eine wichtige Rolle.

Weitere Tipps und Tricks habe ich auch in dieser Playlist zusammengestellt: https://www.youtube.com/watch?v=ZmAUlWLxelQ&index=1&list=PLp21M5oHbM2b-zL1GWq9xm2VATkVjM4Vi

Bei Interesse hör doch mal hinein :-)

Liebe Grüße, Marko Huemer

Regina Schlager at 24.11.2016:

Lieber Marko, danke für den Hinweis. Ja, das Zuhören ist sehr wichtig, da stimme ich dir voll und ganz zu. Danke auch für den Link. Da höre ich rein. Liebe Grüße, Regina

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