3 Wege, wie Sie Druck und Zweifel verstärken - und wie es auch anders geht

22.02.2016, Regina Schlager

Birgit Feldhusen spricht im Podcast-Interview mit mir über Zweifel, die auf ihrem Berufungs-Weg immer wieder aufgetaucht sind. Ich bin dankbar für ihre Offenheit. Das geht nämlich vielen so, aber nur wenige reden darüber. Meist fühlen wir uns gleichzeitig auch unter enormem Druck: Soll ich nicht doch etwas ganz anderes machen (z.B. einen „sicheren Job“ annehmen), bin ich überhaupt gut genug, müsste die Veränderung nicht eigentlich viel schneller gehen? Entscheidungen zu treffen, ist dann schwer möglich.

Einserseits sind Druck und Zweifel ganz normal, wenn wir uns auf unseren Weg machen. Das bedeutet immer ein Risiko. Andererseits ist das etwas, was nicht einfach so passiert. Wir tragen unseren Anteil dazu bei.

Druck und Zweifel verstärken: ein Experiment

Meist ist es hilfreich, eine Sache auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Daher lade ich Sie zu folgendem Experiment ein: Wie können Sie Druck und Zweifel noch verstärken? Ich zeige Ihnen drei Wege (es gibt natürlich noch viele andere).

Wenn Sie sich in einer herausfordernden Lebensphase befinden, wo sich alles so richtig mühsam anfühlt und nichts gelingen will, dann setzen Sie noch eins drauf, indem Sie sich Botschaften vermitteln, durch die Sie sich nachhaltig niedergeschmettert und blockiert fühlen:

Beschuldigen Sie sich selbst

„Das ist ja wieder mal typisch, du schaffst nie, was du dir vorgenommen hast“, „Du bist einfach unfähig, andere ziehen ihr Ding einfach durch“, „Nie bleibst du dir selbst treu, immer verbiegst du dich“.

Beschuldigen Sie andere

„Ist ja klar, dass ich es mit dem Chef nicht hinkriege, mich weiterzuentwickeln. Er sieht ja überhaupt nicht mein Potenzial“, „Es fehlt mir einfach die Wertschätzung von meinem Partner, er unterstützt mich nicht in meiner Entwicklung“, „Bei meinen Eltern habe ich einfach nie gelernt, an Zielen konsequent dran zu bleiben, wie soll ich das jetzt können?“

Beschuldigen Sie die Welt

„Der heutige Arbeitsmarkt lässt nicht zu das zu tun, was einem wirklich wichtig ist. Man muss froh sein, überhaupt einen Job zu haben“, „Über 45 habe ich doch überhaupt keine Chance mehr“, „Kreativität zählt nicht in unserer Welt. Was soll ich da mit meiner Leidenschaft Schreiben schon anfangen?“.

Wenn Ihnen davon etwas bekannt vorkommt: Das sind alles Strategien, denen Intelligenz zugrunde liegt. Sie reagieren so, weil Ihnen das in der Vergangenheit genutzt hat. Es hat Sie zum Beispiel geschützt, riskante Schritte zu unternehmen und sich zu verletzen.

Empfinden Sie es allerdings jetzt als hilfreich? Bringt es Sie weiter?


Wenn Sie finden: Nein, das ist nicht mehr passend, dann habe ich einen Vorschlag für eine Alternative für Sie.

Was wäre, wenn Sie Ihre Sichtweise und Haltung ändern würden? Wenn Sie sich selbst und die Situation annehmen?

Ich höre einen Aufschrei: „Was, ich soll annehmen, dass es mir so richtig schlecht geht?“. Mit Annehmen meine ich nicht, dass Sie die Situation mögen müssen. Es bedeutet vielmehr, nicht dagegen anzukämpfen.

Vom Beschuldigen zum Annehmen

Probieren Sie es aus, experimentieren Sie und schauen Sie, was es mit Ihnen macht. Ist es dienlicher für Sie als bisherige Strategien?

  • Halten Sie inne und bringen Sie eine Pause hinein, bevor Sie automatisch mit einer bestimmten Verhaltensweise reagieren
  • Spüren Sie den Boden unter den Füßen, buchstäblich. Das verleiht Ihnen Halt und Stabilität.
  • Wenden Sie sich nach Innen. Nehmen Sie wahr, wie sich Druck und Zweifel jetzt in diesem Moment gerade zeigen. Hören Sie sich zu. Lassen Sie sich Zeit.
  • Es öffnet sich ein Raum, wo Neues entstehen kann. Das zeigt sich entweder sehr subtil (z.B. ein tiefer Atemzug löst eine Spannung im Körper) oder auch in einem konkreten nächsten Schritt.

Mit all dem zu sein, was sich zeigt, ist nicht einfach. Es handelt sich dabei um eine ganz neue Form der Kommunikation mit uns selbst, die wohl die Wenigsten von ihren Eltern und in der Schule gelernt haben.

Regina Schlager

Viele Menschen befinden sich heute in einer Phase des Wandels. Das Alte passt nicht mehr, das Neue ist noch nicht da oder fühlt sich noch sehr unsicher an. Auch als Gesellschaft befinden wir uns weltweit in einer Zeit des Übergangs. Als Coach, Gastgeberin, Autorin und geerdete Philosophin begleitet Regina Schlager  in diesen Transformationsphasen. Sie öffnet Räume, um in lebendigen, kreativen Kontakt mit sich selbst, anderen und der Welt zu kommen und aus dieser Verbindung heraus zu handeln.

 

Wenn Sie sich aufmachen wollen, in dieser Art und Weise mit sich selbst umzugehen, dann könnte folgendes Wochenend-Seminar ein nächster Schritt für Sie sein:

Sich selbst annehmen, ein erfolgreicher Weg aus Druck und Unzufriedenheit. Workshop und Focusing Level 1 Training mit Elmar Kruithoff in Zürich (Schweiz), 2. und 3. April 2016. Frühbucherpreis noch bis 25. Februar!

Siehe auch: Interview auf der Plattform Leben-ohne-Limit mit Elmar Kruithoff: „In Kontakt mit mir“

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