Meine persönliche Annahmen

Meiner Ansicht nach gibt es zwei menschliche Grundbedürfnisse: Das Bedürfnis nach Wachstum, Veränderung und Entwicklung sowie das Bedürfnis nach Geborgenheit, Sicherheit und Verbundenheit. Ich beobachte eine teils einseitige Betonung des erstgenannten Aspektes. Ich sehe darin die Gefahr, dass wir dann immer aus dem Gefühl des Mangels und der Unvollkommenheit heraus leben. Damit ist aber tiefgehende, gesunde Veränderung gar nicht möglich.

Die Entwicklungen der heutigen Zeit, vor allem im Berufsleben, führen dazu, dass Flexibilität von uns verlangt wird und ständige Selbstverbesserung. Wir fühlen uns nie angekommen, nie genug. Wachstum basiert dann leicht auf Motiven, die nicht in uns selbst liegen und nicht dem entsprechen, was uns wirklich gut tut.

Ich bin der Annahme, dass der entscheidende Hebel für Veränderung heute unser Verständnis von Zeit ist und die damit zusammenhängenden Entwicklungen. Schneller, größer, besser. Die ständige Beschleunigung unserer Lebensprozesse führt dazu, dass wir uns unter Druck fühlen. Wir finden keine Zeit, miteinander zu sein und uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wir fühlen uns im Hamsterrad. Wir brauchen aber Zeit, um zu lernen, zu denken, einander und uns selbst kennen zu lernen. Wir brauchen Entschleunigung.

Alles, was wir sind, sind wir in Beziehungen. Nichts im Universum existiert in Isolation. Dass wir Menschen uns als isoliert betrachten, hat weitreichende Auswirkungen. Wir sind darauf angelegt, in Gemeinschaft zu sein und zu kooperieren. Wenn alles, was existiert, Beziehung ist, wenn es also um die Beziehungsstruktur geht, das Dazwischen, dann ist Liebe der Klebstoff, der alles zusammenhält (Hans-Peter Dürr).