Essenz, Rückzug und deine Standortbestimmung

31.10.2019, Regina Schlager

Laut Gaia-Prinzip beginnt in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November die Phase „Essenz und Rückzug“. Sie dauert bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember. Es fallen also auch die meisten Tage der Adventzeit hinein. Der Nebel, die Kälte und Dunkelheit laden uns dazu ein, nach innen zu gehen. Uns auf unsere Wurzeln und unsere Essenz zu besinnen. Eine Standortbestimmung zu machen.

Diese Zeitqualität ist bedeutsam für mich. Schon lange. Ich empfinde sie als ganz besondere Übergangsphase. Von der Sommerqualität des Yang zur Winterqualität des Yin.

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Bereits als junge Frau haben mich diese Tage angezogen, und sie waren mir auch unheimlich. Ich fühlte mich hingezogen zum Nebel und der Dunkelheit. Ich bin auf Friedhöfe gegangen, habe eine Kerze für verstorbene Verwandte angezündet. Ich fühlte mich angezogen von der der stillen Kraft, die ich in all dem wahrnahm. Doch ich hatte auch Angst davor: vor der Leere, die sich darin zeigte. Vor Traurigkeit und Trauer, die ich spürte.

In den letzten Jahren, und vor allem, seitdem ich mich näher mit dem zyklischen Gaia-Prinzip befasse, habe ich gemerkt: Gerade in dieser Jahreszeit ruft alles nach einer Standortbestimmung. Sie macht es uns eigentlich einfach, dabei tief hinabzugehen bis zu unserer Essenz. Wenn wir das zulassen.

Hilfreiche und kraftvolle Fragen können jetzt für dich sein:

  • Wo sind meine Wurzeln? Wie und worin nehme ich meine Wurzeln wahr? Was kann ich tun, um meine Wurzeln zu stärken?
  • Was ist mein Auftrag in der Welt? Was ist meine Berufung? Worin liegt meine Essenz?

Du kannst das für dich persönlich beantworten. Oder auch für deine Arbeit. Was ist mein Beitrag in diesem Unternehmen (wenn du angestellt bist)? Was ist mein Beitrag mit diesem Unternehmen (wenn du selbständig bist)?

Vielleicht stellst du fest, dass sich das Persönliche mit dem Beruflichen überschneidet. Weil du dich dann, wenn es um deine Berufung geht, ja gar nicht mehr zweiteilen kannst in 1) hier ich als Privatperson, 2) hier ich als Berufsperson.

Und: Nimm das, was jetzt gerade als Antwort kommt. In der Form, in der es kommt (vielleicht sind es zunächst Gefühle, innere Bilder oder Körperempfindungen, wo du momentan vom Kopf her nicht weißt: Was soll das denn bedeuten?) Vertraue deinem intuitiven Wissen. Du kannst in weiterer Folge noch reflektieren, was dir das jetzt für dein Leben zu sagen hat und welchen Schritt du setzen willst.

Meine Einladung an dich ist, diese Phase achtsam und bewusst zu erleben. Auch wahrzunehmen, was dir dabei schwer fällt. Ob du ausweichen willst. Ob du in Aktivitäten hineinflüchtest. Ob du das Grelle und Laute suchst, weil dir die Stille Angst macht. (Und darin liegt gar keine Wertung: Beobachte dich einfach und stelle zum Beispiel fest: „Ah, ist das nicht interessant. Statt mich bei einer Tasse Tee hinzusetzen und über meine Wurzeln zu reflektieren, wie ich es mir vorgenommen hatte, habe ich stattdessen eine Stunde im Internet gesurft.“)

Teile gerne in den Kommentaren, wie es dir damit geht und was sich für dich zeigt.

Näheres über die Zeitqualität „Essenz und Rückzug“ kannst du auf der Seite der Gaia-Akademie lesen. Und wenn du kurzentschlossen bist, kannst du dich noch für den Workshop am 2. November zur Gaia-Qualität Essenz und Rückzug anmelden.

Foto: Pixabay tree-3078082_1920 Valiphotos

Regina Schlager

Regina Schlager öffnet im Einzel- und im Gruppensetting Räume, um in lebendigen, kreativen und achtsamen Kontakt mit sich selbst, anderen und der Welt zu kommen und aus dieser Verbindung heraus die eigene Berufung zu gestalten. Sie ist Co-Inhaberin und Co-Geschäftsführerin der ReConnect GmbH. Seit Juni 2019 leitet sie die Gaia-Akademie Schweiz in Zürich.

Schlagwörter: Slowing-down, Entschleunigung, Achtsamkeit, Berufung, Lebenskunst, Gaia-prinzip

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